Alles über den Hund in Dir

Ich bin in den vergangenen Tagen über zwei Hunde gestolpert. Der eine lag an der Kette einer nacktbeinigen Frau und fletschte gar fürchterlich die Zähne, doch die Frau schien ihn zu beherrschen – Rotkäppchen als Domina. Der andere hat seine Schnuppernase dort, wo eine Hundenase nun mal nicht hingehört – unter einem Frauenrock. Das war zwar nicht Rotkäppchen, sondern Blondlöckchen, aber irgendwie schräg war es auch, denn es sollte für "Deutsch" werben.

Also reden wir mal vom Hund – aber besser vom Hund in uns – und von den Frauchen und Herrchen, die an hündischen Hunden so gar kein Interesse haben. Wenn schon Hund, dann Mensch – und bitte nie als Bestie, sondern als Schoßhündchen (sagte da jemand: Im wahrsten Sinne des Wortes?).

Rede ich in Rätseln? Na dann lege ich mal los: Du musst dich ganz ausziehen, bekommst ein kräftiges Lederhalsband angelegt und meist eine Leine und für die disziplin gibt es dann noch eine Peitsche. Regel Nummer eins: Hundchen muss gehorchen, und zwar aufs Wort. Regel Nummer zwei: Hundchen muss auf allen Vieren gehen und darf Nahrung nur nach Hundeart aufschlabbern. Was Hundchen sonst noch darf? Das bestimmt Frauchen oder Herrchen.

Die wichtigste Frage scheint diese zu sein: Wann ist man Mensch, wann Hund? Kann man erst Personalchefin sein, dann liebevolle Ehefrau und schließlich Frauchen? Die Leute, die sich mit so was auskennen, sagen es ganz klar: Hündchen hat einen anderen Namen. Wird er genannt, dann heißt es gehorsam sein – ansonsten lebt man zusammen, wie eben Paare zusammenleben – wie Katz und Hund oder wie Schnurrkätzin und Schmusekater.