Aschermittwoch - nach der Party
abgelegt im Archiv Damals am 06.02.08
Irgendwann kannte ich mal eine Jeanette. Kennen ist vielleicht zu viel gesagt, aber jedenfalls war sie auf meiner Party am Faschingsdienstag - also eher: an einem dieser Faschingsdienstage - sonst glaubt noch jemand, es wäre gestern gewesen.
Damals war ich solo - womit klar war: Die Fastnachtsparty hatte bei mir stattzufinden und die nötige Dame für mich armen Solomann würde Kollegin Monique schon mitbringen, hatte sie gesagt: die Jeanette, schön, willig, pflegeleicht - ausgezeichnet für eine Party, nicht wahr?
Als Gastgeber hat man es nicht leicht - und so kam es, dass mir unsere Abteilungssekretärin Kathrin bei den kalten Platten näher kam, sodass mich die zu spät gekommene Jeanette einfach nicht mehr sonderlich interessierte. Zwei Stunden und drei Flaschen Champagner später sah ich, wie Jeanette offenbar versuchte, die Küchenspüle gewaltsam zu verrücken - jedenfalls wurde sie von Kumpel Wolfgang rhythmisch dagegen gestoßen. Na schön, ich schließe also die Tür zur Küche. Natürlich verliere ich sowohl das kopulierende Pärchen wie auch die Küche selbst aus dem Auge - doch da sehe ich Wolfgang auch mich zusteuern: Ob ich wohl wisse, wo Jeanette wäre ... nun, sie wollte auf die Toilette - das wäre also bei mir im Bad. Im Bad? Ob ich nicht ma nachsehen könne, meinte Wolfgang. Na schön, Freundesdienst also - Tür auf mit Trick 17, sich ein bisschen entschuldigen: peinlich, peinlich. Irgendein Typ liegt auf dem Boden und Jeanette erprobt gerade ihre Reitkünste an ihm. Ich sehe sie an, sie mich - und dann macht legt sie den Finger an den Mund. Verstanden. Noch nicht komplett die Sache - und nur nicht drüber reden.
Wolfgang fromm belogen,, später Jeanette abgefangen, äh ... wenn du noch einmal so etwas tun möchtest, bitte nicht im Bad ... Sie lächelt und will mich bei der Hand nehmen - "sag mal, wie kennen uns noch gar nicht richtig, oder?", aber da kommt gerade Kathrin daher - und mit ihr habe ich mich in den ersten Stock verdrückt und die Gäste allein gelassen.
Am aschermittwoch habe ich dann Monique angerufen, ob sie wisse, was gestern mit Jeanette gewesen sei, man mache sich ja schließlich als Gastgeber Sorgen. Doch Monique quiekte nur vergnügt: "Keine Sorgen, Géza Cherie, die ist im Bett bei Ihrem Mann". Oh ja - hätte ich mir doch denken können. Wo sollte sie eigentlich am Aschermittwoch morgen sonst sein?

Permalink: Aschermittwoch - nach der Party
Tags: achermittwoch party fasching
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