Bagging – ein erfundener Fetisch – aber Lust macht er doch

Was ist bei den Zeitungen im Sommer? Sauregurkenzeit – und dann taucht nicht nur das Ungeheuer von Loch Ness plötzlich wieder auf, sondern auch ein neuer Fetisch. Falls es keinen gibt – macht nichts: dann erfindet man einen. "Vergiss Dogging", schrieb die SUN also in Anspielung auf den englischen Parkplatzsex, "eine Gruppe von abenteuerlustigen Frauen kriegen ihre Kicks von einem bizarren neuen Sexspiel: "Triff die 'baggers'".
Nie was von "baggers" gehört außer beim "Anbaggern"? Heißen die englischen Turboflirter jetzt etwa nach deutschem Vorbild "Baggers" wie denn der Zeitgeist dort auch Zeitgeist heißt?
Natürlich nicht – "baggers" sollen Menschen sein, die sich bei der Liebe vorzugsweise Tüten ("bags") über den Kopf stülpen. Die Sache erinnert ein bisschen an "Aussehen macht nichts, man kann ja ein Handtuch drüberlegen" – aber so ist es nicht gemeint. Auch die Frage "Papier oder Plastik" aus dem Supermarkt dürfte nicht die entscheidende Rolle spielen.
Nein, die Sache ist komplett aus dem Redakteursfinger gesogen. Der eigentliche Kick ist, nichts zu sehen, während man geliebt wird – und das geht mit schönen Tüchern über den Augen oder einer geeigneten erotischen Maske natürlich viel besser als mit widerwärtigen Tüten. Also: Vergiss Bagging – es ist weder erotisch noch angenehm – aber die Augen zu verbinden – das kann sehr, sehr schön sein, denn dann wird die Lust umso erregender.