Cuckold - wenn die eigene Frau Sex mit einem anderen hat

Der Kuckuck ist mal wieder an allem Schuld – er legt die Eier in fremde Nester, und bei dem nach ihm benannten Verhalten "cuckold" hat die Freundin oder Ehefrau mit einem anderen Mann in dessen Anwesenheit Sex.

Mit dem Begriff wird manchmal bezeichnet, was manche Männer gerne als "Frauentausch" ansehen: "Nimm mal meine, und ich guck zu" – in Wahrheit geht es um etwas ganz Anderes. Denn nur sehr selten bedrängt ein dominanter Mann seine unterwürfige Frau, Sex mit einem oder mehreren Fremden zu haben und sich daran zu ergötzten, wie viel Überwindung sie dies kostet.

Meistens aber steht das Wort für einen besonderen Bereich der Domination und Unterwerfung, der von Frauen beherrscht wird. Das typische literarische Beispiel liefert Leopold Graf von Sacher-Masoch in seinem Roman "Die Venus im Pelz", in dem seine Herrin Wanda sich ausgiebig vor seinen Augen mit einem jungen Künstler vergnügt, während er gefesselt und gedemütigt zusehen muss. Entsprechende Beispiele in vielen Spielformen finden sich auch in der modernen erotischen Literatur: Der Roman "Domination Inc." Der Engländerin Drusilla Leather (Pseudonym) schildert beispielsweise erotisch eindringlich, wie ein solches Treffen arrangiert und durchgeführt wurde. Dabei wird auch klar, wie weit die Demütigung gehen kann und wie beide Partner sie dennoch genießen können.

Ob der "Cuckold", also der gedemütigte Ehemann, eher ein Fantasieprodukt der Männer ist, oder ob Frauen auch Freude an solchen Fantasien haben, ist umstritten. Ebenso unklar ist auch, wie häufig solche Treffen tatsächlich sind und auf wessen Veranlassung sie arrangiert werden. Da ergibt sich natürlich die Frage: Und was meint ihr dazu?