Die erotische Wasserfolter

Eigentlich ist sie in aller Munde, die "Watertorture", also die erotische Wasserfolter. Wer denkt, die Sache wäre der Perversion der Internetgeneration entsprungen, liegt ganz falsch – im Roman "Die Weiberherrschaft" beschreibt der junge Held, wie er gefesselt in der Badewanne liegt und meint, am Bitterwasser ertrinken zu müssen, das seine Herrin ihm tropfenweise aus einer Kanne verabreicht. Er ist nur froh, dass es sich nicht um eine andere Flüssigkeit handelt. Jedenfalls berichtet er: "Ich drehte den Kopf weg, wodurch ich aber nur noch tiefer ins Wasser kam, das mir sogar in den Mund stieg".

Ob Folter, Strafe oder Genugtuung – das Thema erscheint oft in der erotischen Literatur. In der englischen Internatsliteratur wird jungen Verräterinnen der Mund mit Seife ausgewaschen, sie werden stundenlang kalt geduscht oder mit Wasserdruck traktiert. In einem alten Horrorfilm (Bild) wird eine Frau auf das Rad einer Wassermühle gebunden – warum auch immer.

Was macht die Lust am Zuschauen aus? In früheren Zeiten war es sicherlich die durchnässte Kleidung, die sich am Körper abzeichnete oder die Lust am Quälen, die in Internaten tatsächlich weit verbreitet war – und die durchaus eine erotische Komponente hatte. Eines ist heute ganz verschwunden: eine erotische Literatur, in der junge Männer von sadistisch-erotischen Erzieherinnen gequält werden. An ihre Stelle sind umfangreiche Wasserfolter-Themen getreten, in denen Frauen in Wasserbassins "getunkt" werden – sogar manchmal in den sogenannten "Houdini-Tank, der auch "brave" Voyeure fasziniert.

Der traditionelle Zaubertrick besteht darin, dass ein gefesselter Mann kopfüber in den angeblich mit Wasser gefüllten Tank getaucht wird und sich dann von den Fesseln befreit – und schließlich ganz daraus verschwindet. Heute wird der Trick fast immer von leicht bekleideten Frauen ausgeführt, was dafür spricht, dass die Wasserfolter nichts von ihrer Fazination verloren hat.

Sagt selbst – ist es nicht eine ähnliche Lust am Schrecken wie bei der Pornografie, die uns serviert wird? Wenn ihr jetzt mit den Zähnen klappert: Beim Houdini-Tank ist natürlich ein Trick dabei.