Tag für Tag stehen sie auf, versetzen sich in die Lage des eigenen Geschlechts und auch in die des anderen – ja, das müssen sie – die Erotikautoren. Sie erfinden Geschichten, Episoden, Dialoge, wälzen alte und neue Bücher, suchen triefende Geilheit und sinnliche Lust im Web. Manchmal wären sie selbst gerne die Helden ihrer Geschichten und dann wieder sind sie froh, dass sie mit Abstand schreiben können – ohne dass der Schweiß ihr eigener ist, der da zu Boden tropft oder das Sperma.

Auch Tränen sind Körperflüssigkeiten – der Autor weiß es. Er hört das Schluchzen der Heldin, spürt den Peitschenhieb auf ihrem nackten Hintern, das Eis und das Wachs auf ihren Brüsten. Er flüstert mit ihr, hört ihr Schnurren und quält das alles in die Tastatur, bis die Geliebte sagt: "Wollen wir nicht Pizza bestellen – ich habe noch so viel Arbeit". Und dann – taucht der Autor auf aus seiner Fantasiewelt, sieht, dass es halb sechs Uhr nachmittags ist und denkt an seine Steuerklärung – und saugt dennoch am nächsten Tag wieder die Lust aus dem Bleistift.

Ach, habt Mitlgefühl mit Géza Generös – und schreibt mal, was ihr so darüber denkt … wenn ihr mich lest: generoes at gmail.com