Die Peitsche preisen - die passive Frauensicht
abgelegt im Archiv Girlscorner am 08.10.07
Im Leben hat sie Macht. Sie ist Personalchefin, Ärztin, Rechtsanwältin - und sie hat Courage, Selbstbewusstsein und Härte im Auftreten.
Soll sie sich an einem Gummiseil befestigt ins Ungewisse stürzen? Mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug abspringen? Eine Wildwasserfahrt auf einem Floß beginnen?
Nein - das ist ihr nicht unmittelbar genug. Sie will, dass sie jetzt und hier leidet, sich unterwirft, sich erniedrigt. Sie, die nie gestraft wird für das, was sie im Leben tut, will den Schmerz so heftig spüren, dass ihr in jeder Sekunde bewusst wird, dass sie nicht nur einen Körper hat - sondern dass sie Körper ist.
Körper sein - und die Seele ganz frei machen. Mit jedem Schlag wird das Unrecht weniger, dass sie den Menschen antut, wird die erwartung größer, dass weitere Schläge folgen, wächst die Genugtuung, es zu verdienen und der Stolz, es zu ertragen.
Muss es ein Mann sein, der die Peitsche führt, der ihr Befehle gibt und sie erniedrigt? Nein, eigentlich nicht. Manchmal muss es eine Frau sein - aber eine solche strenge und liebevolle Herrin ist genau so rar wie ein strenger und doch gütiger Meister.
(Der Text wurde aus mehreren Gesprächen mit Frauen zusammengesetzt - er gilt mindestens teilweise - auch für Männer)

Tags: frauen passiv peitsche lust
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