Die Peitsche preisen – die passive Männersicht

"Weißt du nicht…, dass ein Nerv vibrieren und sich vor Schmerzen krümmen kann, während das Blut vor Freude tanzt und singt, wie eine berauschte Nymphe?"
Der Text des Dichters Algeron charles Swinburne., zitiert aus dem Buch "Lob der Peitsche" weist uns den Weg – aber fühlen wir ihn nicht schon längst in uns? Sehen wir uns nicht schon nackt, halb ängstlich und halb voller Erwartung der Wonnen der Peitsche in "ihrer" Macht? Hören wir nicht schon voller Erwartung, wie sie ausholt, doch wieder abbricht und schließlich so heftig zuschlägt, dass uns der Schmerz blitzartig durchwandert, scharf vom der Haut ins Hirn eindringt, währen uns die Wonne erst nach und nach einholt?
Die Lust am Schmerz kann in der Pornografie gar nicht wirklich gezeigt werden. Männer, die wie Schweinchen aussehen, werden von halbseidenen, mit Silikonbrüsten schlackernden, hurenhaften Frauen ausgepeitscht – doch das ist kaum jemals das, was Männer sich wirklich wünschen. Die Frau muss vielmehr die richtige Statur haben, die richtige, "strenge" Kleidung tragen und vor allem die richtigen Worte finden, denn es sind nicht die Schläge allein, nach denen Männer lechzen – es ist der Wunsch, der strengen, schlagenden und herrischen Frau ganz unterworfen zu sein.
Loben wir also die Herrin, die wirklich eine Peitsche führen kann – und natürlich – loben wir die Peitsche selbst.
(Der Text wurde aus mehreren Gesprächen mit Männern zusammengesetzt – er gilt mindestens teilweise – auch für Frauen)