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Damals
von Géza Generös am 20.05.07

J. K. Proksch war ein unermüdlicher Forscher - ihm ging es vor allem darum, ein wirklich verlässliches Mittel gegen die venerischen Krankheiten, namentlich die Syphilis, nachzuweisen. Dazu untersuchte er 48 verschiedene Kautschuk-Kondome, die damals am Markt erhältlich waren - eine Art Verbrauchertest also. Er schrieb 1872 "wenn die Condome aus Kautschuk in unversehrtem Zustande verkauft werden, sie durch den Beischlaf unmöglich zerrissen werden können, auch wenn sie noch so ungeschickt angelegt und gebraucht werden, und dass sie auch bei ihrer größten Ausdehnung impermeabel (undurchlässig, GG) bleiben.
Die Untersuchungen waren nötig, weil Kritiker damals behaupteten, Kondome keinen ausreichenden Schutz gegen Geschlechtskrankheiten böten - doch zuvor (1826) hatte die katholische Kirche ihre Schutzfähigkeit bereits indirekt anerkannt, als Paps Leo XII Kondome verdammte - und zwar gerade wegen ihres verlässlichen Schutzes. Der Papst machte sich damals weder Sorgen um die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten noch ging es dem damaligen Papst um Verhütung - ihn trieb vielmehr die Sorge um, die gerechte Strafe für die Sünder können durch Kondome verhindert werden - denn wenn der Mann sich mit einem Kondom schützte, konnte er nicht mehr an dem Gliede gestraft werden, mit dem er gesündigt hatte.
Permalink: Die Wirksamkeit von Kondomen Anno 1872
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