Das Tollste am Internet ist, dass ich heute eine Nachricht bringen kann und morgen sehen sie Millionen von Menschen – wenn ich Glück habe und einen guten Server, der das aushält. Das Schlechte am Internet ist, dass ich heute einen Halbakt mit der Digitalkamera aufnehmen kann, ihn morgen an meine Tante Daisy schicken, die sie ihren Nichten zeigt – und die wissen gleich, was zu tun ist – Foto vom Handy auf den Computer rüber – und ins Internet damit.

Die andere Seite sieht so aus: Ein bisschen pervers? Super – und damit es jeder weiß, muss der eigene Fetisch natürlich ins Internet – "ich in meinen Folterkeller mit meiner Streckbank". Ob die Damen unansehnlich, übermäßig schwabbelig oder potthässlich sind, macht nichts – und manchmal hat man den Eindruck "je mieser der Körper, umso mehr wird davon gezeigt". Kommentar: "Ich will doch nicht auf den Playboy warten – ich will die Kohle von euch Jungs, und zwar jetzt".

Na schön – notorische Hartz- IV-Schönheiten denken vielleicht: Ich sch… auf die Zukunft, wenn ich sowieso keine habe. Kann ich verstehen. Aber Mädchen, die gerade ihr Abi gemacht haben, schon für ein Dutzend Amateurfotografen Akt- und Wäschefotos gemacht haben und jetzt eine Karriere darauf aufbauen wollen? Da muss man schon ein bisschen geilere Bilder ins Netz stellen – und flugs ist man eine Internetberühmtheit – nur die Kohle will nicht so recht reinkommen.

Alsdann – Studium und auf Lehramt studieren. Klappt auch, doch nun … ja, was wird denn wohl die Mutti denken, wenn die 12-jährige eines Tages sagt: Du, warum ist unsere Lehrerin auf diesem Bild eigentlich nackt?

Alles schon passiert – ich kenne eine der Frauen, um die es geht. Aber mal ehrlich – muss es wirklich sein, sich im Internet bis auf die Haut auszuziehen?

Was meint ihr?