Erika Lust und der „feministisch korrekte" Pornofilm

Die feministische Diskussion ist voll entbrannt – und soll ich euch sagen, wo? Unter Pornofilm-Produzentinnen. Die Frage ist simpel: Darf eine Frau einen Mann "auf schön" befriedigen, oder noch einfacher – darf sie ihm lustvollen Mundhöhlen – und Zungensex gönnen? die debatte wird zwischen der preisgekrönten deutschstämmigen Filmemacherin Petra Joy und der streitbaren, in Schweden geborenen Regisseurin Erika Lust geführt. Beide sind intelligent, haben Universitätsdiplome – und beide haben Blogs.
Petra Joy regt sich vor allem über "traditionelle" Szenen in Frauenpornografie auf – besonders Sperma im Frauengesicht stößt ihr sauer auf. Sie wünscht sich, dass die Rollen umgekehrt werden – der Mann soll den Oralverkehr ausüben, die Frau soll ihn genießen – und wenn schon Sperma, dann soll der Mann bitte mit seinem eignen verwöhnt werden. Zur Penetration will sie nur ja sagen, wenn er anal am Mann praktiziert wird – durch die Frau.
Die Debatte erinnert an die Diskussion der 70-er Jahre. Nur ging es damals nicht um Pornografie, sondern um Sex schlechthin – und ein bisschen wohl auch immer darum, ob lesbischer Sex für eine Frau lustvoller ist als heterosexuelle Begegnungen. Diesmal dürfte es aber unter dem Vorwand der Diskussion um die Männerlust eher um handfeste wirtschaftliche Interessen gehen, denn beide Frauen bedienen den Markt weiblicher Pornografie.
Ach, was meint eigentlich ihr? Soll der Mann in der weiblichen Pornografie (oder auch im Leben) oral verwöhnt werden? Und wenn ja – was wollt ihr im Gegenzug?
Bild: © 2007 by Erika Lust, Press Release