Neulich hat mich Mama Lou doch tatsächlich gefragt, mit wem ich denn so über meine erotischen Fantasien rede. Ich bin irgendwie richtig rot geworden, weil ich nicht einmal ihr erzähle, was mich in meinen erotischen Fiebernächten bewegt, aber mit ihrer Frage hat sie recht – ja, wem erzähle ich sie nur?

Ich habe mal ein bisschen nachgedacht, mit wem man darüber reden könnte. Ganz schlecht ist es, in der Ã-ffentlichkeit darüber zu plaudern. Eine Freundin hat das mal in ihrem Blog gemacht – hätte sie besser nicht tun sollen, denn sofort hatte sie 20 Fotos von Männern in ihrer mailbox – meistens ohne Kopf, aber oft mit offener Hose – und das ist nun wirklich nicht das, was sich eine Frau so vorstellt.

Mama Lou meint übrigens, dass die meisten Menschen sexuelle Träume haben, die in Kontrast zu ihrem Erscheinungsbild in der Ã-ffentlichkeit stehen: Die Feministin träumt davon, es mal mit zwei Machos auf Bärenfellen zu treiben und sich nicht dagegen wehren zu können, der Topmanager möchte wie ein unartiger Junge mit dem Ausklopfer traktiert werden, die Sexualberaterin träumt davon, mal auszuprobieren, wie viel Geld ein Mann auf ihren Körper bietet und der Supermacker will einmal in einmal in Frauenunterwäsche anal genommen werden.

Ach, ihr wollt wirklich wissen, wem ich meine eigenen Fantasien erzähle? Ganz ehrlich: ich erzähle sie niemandem. Aber ich höre immer genau zu, wenn mir jemand solche Geheimnisse anvertraut – und manchmal mache ich dann eine Geschichte daraus.

Ja, und wem erzählen wir sie nun? Männer finden schon gar keine Gesprächspartnerinnen dafür – außer Huren. Und Frauen? Erzählen die es ihrer besten Freundin? Oder ihrem Friseur?

Na – und wem erzählst du dein heißes geheimes Verlangen? Doch nicht deinem Freund oder deiner Freundin, oder doch?