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Erotische Geschichten: Erzählform wählen

abgelegt im Archiv Lust und Leidenschaft am 20.12.07

Erotische Geschichten: Erzählform wählen
Erotische Kurzgeschichten sind nur in ganz seltenen Fällen "selbst erlebt". Meistens entspringen sie der Fantasie. Das "Mögliche" oder "Wahrscheinliche" tritt in den Hintergrund - man will ja eine interessante und möglichst erregende Geschichte schreiben, die der Leser nicht sofort durchschaut.

Die meisten Autoren sagen, es sei schwer, in Erotikgeschichten selbst die Heldin oder der Held zu sein und sie meiden deshalb die Ich-Form. Den Icherzählern fällt vor allem schwer, die Gefühle zu schildern, die in dieser Form eine größere Rolle spielen als das eigentliche Geschehen. Wenn du wissen willst, warum, dann schreibe einmal zehn Sätze über die Gefühle bei einer Penetration auf. Du wirst sehen, es ist nicht einfach, die richtigen Worte zu finden.

Der elegante Ausweg: Du erzählst einfach so, als wäre es in deiner Nähe passiert, als wärest du dabei gewesen.

"Sie stand etwas verloren vor der Haustür, kramte offenbar nach Schlüsseln. Ich sah ihr Gesicht, bemerkte die verschmierten Lippen, die etwas verrutschte Kleidung, der duft von Wodka, Schweiß und Parfüm: eine Frau, die vor nicht langer Zeit mit einem Mann geschlafen hatte. Ich versuchte, mich an ihr vorbeizudrängen, wie man einer Betrunkenen vorbeigeht - die Berührung vermeiden, der Alkoholfahne entgehen, nicht hinsehen".

"Sie stand etwas verloren vor der Haustür, kramte offenbar nach Schlüsseln. Er sah ihr ins Gesicht, bemerkte die verschmierten Lippen, die etwas verrutschte Kleidung, den Duft von Wodka, Schweiß und Parfüm: eine Frau, die vor nicht langer Zeit mit einem Mann geschlafen hatte ..."

In beiden Fällen wird "aus der Nähe heraus" geschildert.

Die gleiche Geschichte kann auch aus der Sicht der Frau erzählt werden:


"Ich musste mich beherrschen, aufrecht zu stehen. In meiner Kehle brannte der Wodka, mischte sich mit dem Geschmack von Sperma und Ekel. Ich hätte es wissen müssen, dass er nichts wollte, als mich zu erniedrigen, zu benutzen, abzuvögeln wie ein Tier. Wenn ich nur den Schlüssel zur Haustür finden würde - aber irgendwie war er weg. Jemand kam die Straße lang geschlichen, blieb stehen und wandte sich zögernd in meine Richtung. Ein Nachbar, flüchtig einmal im Hausflur gesehen. Er musste sehen, was mit mir los war: Eine besoffene Schlampe, frisch gevögelt. Ich schämte mich in Grund und Boden".

Nun in der dritten Person:

"Sie konnte kaum noch stehen. In ihrer Kehle brannte der Wodka, ... sie sahen einen Mann kommen - wohl einen Nachbarn, dachte sie sich, mal flüchtig gesehen. Sie schämte sich, ihm so betrunken und schlampig entgegenzutreten - und ihm würde nicht entgehen, dass sie den Duft der Liebe noch an sich trug. Der Mann vermied, sie anzusehen, wollte sich vorbeischleichen, nicht mit ihr zu tun haben"

Nun, diese Geschichte geht in seiner Wohnung weiter - und dann musst du die Geschichte entweder zu einem guten Ende führen (Heldin und Held verlieben sich nach einem Konflikt) oder zu einem bösen: Der Konflikt verschärft sich (die Frau erkennt oder glaubt, dass auch der Nachbar sie nur benutzt).

Viel Glück dabei. Schickst du mir deine fertige Geschichte? Danke!

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Tags: erotische  geschichten  schreiben  lernen 

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