Erotische Geschichten: feminisiert

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Männer geben nie zu, dass sie gerne einmal die Frauenrolle spielen würden – deswegen lieben sie Geschichten, in denen sie dazu gezwungen werden, "Mädchen" zu spielen. Mal ist es eine verlorene Wette, mal eine Freundin, die unter der süßen Hülle einen dominanten Charakter hat, und mal ist es wirklich eine Falle: Hineingelockt, um schnell eine duftende Frau zu genießen, und am Ende selbst als stark parfümierte und geschminkte Frau herauskommen – ein bisschen bedeppert, versteht sich – man wollte es ja nicht wirklich, oder?
Das Thema reicht natürlich für mehrere Romane (es gibt haufenweise Literatur darüber) – also musst du bei den Kurzgeschichten etwas weglassen. Typisch: Du flirtest mit einer Frau, die seltsam zugänglich ist, und landest mit ihr in einem Hotelzimmer, in der auch die Freundin ist – beide machen dir schnell klar, dass du keine andere Wahl hast, als das mit dir machen zu lassen, was du nun beschreiben wirst: Entkleiden, enthaaren, geschminkt werden, Frauenkleider angepasst bekommen. Interessant wären deinen Gefühle beim Ausziehen (enthaaren, schminken), wie dein Widerstand nach und nach gebrochen wird und ob du es am Ende genießt – wenn du aus der Sicht des Mannes schreibst. Es ist natürlich ebenso erregend, die Sache aus der Sicht der Frauen zu betrachten.
Was konkret passiert, ist von deiner Fantasie, dem Medium, für das du schreibst und natürlich davon abhängig, wie "scharf" die Sache gewürzt werden soll. In der Kurzgeschichte, die ja vom "Weglassen" lebt, könnten dies die letzten Sätze sein:
«Ich hörte noch, wie Liz beim Hinausgehen zu ihrer Freundin sagte. "Jetzt rufe ich erst mal den Hotelpagen, damit er unsere Sissy ausprobieren kann – dann sehen wir weiter". Ich wollte schreien – doch wie schreit man in ein Damenhöschen hinein, das den Mund verschließt? Ein kühler Luftzug fuhr mir unter den Rock – und ich erkannte erst jetzt, wie zugänglich mein Po war.»
Der Ausgang ist somit unbestimmt – der Fantasie sind Tür und Tor geöffnet. Wenn du die Geschichte ändern willst: Je mehr du die Gedanken der Beteiligten beschreibst, umso mehr wird erotische Literatur daraus (zum Beispiel das Tragen von Röcken und Damenstrümpfen durch Männer). Eine Alternative ist auch, den Schminkvorgang detailliert zu beschreiben. Je mehr du aber auf die erotischen Aktionen (den Penis verstecken, "als Frau entjungfert werden") abhebst, umso mehr wird die Geschichte zur vordergründigen Wichsvorlage.
Da muss ich einfach auf das Energischste widersprechen: “Männer geben nie zu, dass sie gerne einmal die Frauenrolle spielen würden”. Die Wahrheit ist, dass sehr viele Männer es zugeben, aber daraufhin von der holden Weiblichkeit abgelehnt werden, weil Frauen nun mal nicht bereit sind, ihr Traditionskorsett “Gesellschafts(pseudo)moral” abzulegen, da sie sich ja darin bequem eingerichtet haben, entweder mehr männlich oder mehr weiblich, aber der Mann soll eben ewig in seinem Anzug stecken bleiben. Eine Frau ist nur gegen entsprechendes Taschengeld bereit, die gesellschaftlichen Pseudomoralgrundsätze aufzugeben und zur Domina zu werden. Natürlich gilt auch hier, Ausnahmen bestätigen die Regel.