Fetisch Körper: die Hüften

"Tanzen Sie aus den Hüften heraus" – wer einmal in einer Tanzschule war, weiß: Klar, nicht aus dem Oberkörper heraus wird getanzt, sondern aus der Hüfte. Sagte da jemand "Rock'n Roll"? Oh, da fällt uns ein "Elvis the Pelvis" – eigentlich "Elvis, das Becken", aber was soll es? Die Hüften sind ja in der Nähe, und was beim Elvis wichtig war, waren ja die rhythmische Hüftbewegung. Erinnert uns das an was? Ja doch – "Rock'n Roll" ist nichts anderes als die Umschreibung des Geschlechtsaktes – beim "Rock" wird gestoßen und beim "Roll" "das Döschen gefüllt". Schon lange vor Elvis sang der Schulzensänger Billy Eckstein vom "Sweet Jelly Roll". Wer sich noch erinnert: Sagen durfte man so etwas nicht. "Bewegen und Wälzen", erklärte der Englischlehrer – das war zwar unverständlich, aber sogar die Zeitungen haben es geglaubt.

Sonst noch was? Ja, Bauchtänze natürlich – da wiegt sich die Hüfte, und der Bauch – aber eigentlich kommt alles eben auch wieder aus dem Becken heraus. bauchfrei? Natürlich, dazu braucht man wieder die Hüfthosen, die möglichst tief hängen müssen. Nur die Hüfte? Fällt da nicht schon der Blick gedanklich auf die Scham? Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.

Tanz, Erotik, Sex – die Hüfte ist der Ort, an dem sich die Bewegung zeigt, an dem wir angeregt werden, über die Lust nachzudenken. Gäbe es sie nicht – ach, sie müsste einfach erfunden werden.