Fetisch Machtspiel: Der Herrin zu Füßen liegen

Dieser Tage fragen sich bestimmt wieder ein paar Leute: Warum unterwirft sich ein mächtiger Mann, nämlich dieser Max Mosley, irgendwo in London einem Machtspiel, in dem ihn eine Frau in Uniform züchtigt und demütigt? Was ist so schön daran, wenn eine Frau Macht über einen Mann hat? Und was bedeutet dies für den Mann?
Lassen wir mal die Nazi-Karte weg, die von der Presse so hochgespielt wurde. Was bleibt dann? Zuerst: eigentlich eine armselige Kreatur. Wenn er tatsächlich 2.500 britische Pfund dafür bezahlt hat, dann hätte er auch etwas besseres für sein Geld bekommen können als zweitklassige Frauen und eine Ausstattung vom flohmarkt. Und dann?
Spiele mit der Macht sind einfach köstlich, sagen die Kenner der Szene. Man begibt sich in die Hand einer Frau, die alles, aber auch wirklich alles mit einem tun könnte, von demütigenden Worten über Körperstrafen bis hin zur völligen Unterwerfung. Beliebt sind Gefangenspiele immer: mal wacht die strenge Nonne, dann wieder die grausame Leiterin des Psychosekte. Ist es nicht die sexuell frustrierte Leiterin eines englischen Internats, dann ist es die faschistoide Leiterin eines Lagers oder eine sadistische Zuchthauswächterin: Die Furcht muss im Rollenspiel wenigstens einige gedachte Momente real werden, die Grenzen müssen gestreift werden, die das Hirn auf "Alarm" stellen. Ob es sehr fein ist, dazu Militäruniformen zu verwenden, ist eine zweitrangige Frage: Jeder Kostümverleih hat sie – und also werden sie ausgeliehen.
Der Wunsch, vor einer schönen, grausamen Frau gedemütigt zu werden, liegt vielen Männern im Blut – und sie empfinden die nicht einmal als unnormal. Denn nichts fasziniert so, wie das Spiel mit der Gefahr – ob man nun Berge erklimmt. Höhlen erforscht oder einer strengen Herrin zu Füßen liegt.
Ich fragte mich schon oft woher diese Faszination kommt, von einer strengen Frau lustvoll gezüchtigt und dominiert zu werden. Dies funktioniert bei mir jedoch nur, wenn die Frau sadistisch veranlagt ist und ihre Vorliebe mit Lust auslebt. Eine Domina die das nur des Geldes wegen macht, ist für mich keine Option. Es muss eine Art Seelenverwandschaft vorhanden sein.