Mal wieder „richtig genommen werden"?
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Wer kennt ihn nicht, den frommen Spruch "Geben ist seliger denn nehmen", doch beim Sex hat das "Nehmen" sogar noch einen anderen, seltsamen Beigeschmack – "genommen, benutzt, weggeworfen" kommt schnell als Gedanke auf. Noch vor 30 Jahren hätten die vornehmen Damen ihre Näschen gerümpft, wenn jemand aus ihrem Kreisen sich zurückgelehnt hätte und geseufzt: "Ach, ich möchte mal wieder so richtig wild genommen werden".

Irgendwie scheinen sie ausgestorben zu sein, die wilden Kerle, die groß und breitbeinig dastehen, ein wenig lächeln und dann nicht viel Umstände machen, um das zu tun, was zu tun ist. Für heftigen Sex haben Frauen mittlerweile ganz schön deftige Ausdrücke: "sich mal wieder nach Strich und Faden durchnehmen lassen" ist noch vergleichsweise harmlos.

Männer, insbesondere gebildete, erfolgreiche, smarte und soziale Männer, sind heute lange nicht mehr so darauf aus, Frauen "den Hengst zu machen" sondern sie suchen Frauen, die "auf schön" verführen. Was bleibt den lüsternen Frauen aus der gleichen Schicht also übrig? Ein "downgrade" auf Vorstadt-Machos aus der Metallverarbeitungsbranche? Eine Reise in ein Land, auf der man sich für wenig Geld viel Mann kaufen kann?

Mama Lou hat mir erzählt, dass viele Frauen einfach Tagträume haben, in denen sie selbst das schwache Mädchen sind, das ohne eigenes Zutun von einem wilden, verwegenen Kerl verschleppt wird, der zu allem Überfluss auch noch dieses überhebliche Grinsen hat, so als wollte er sagen "du wartest doch schon lange drauf, dass es jemand auf diese Weise mit dir treibt".

Was meint ihr? Ist der Traum vom wilden Kerl, der nicht lange fackelt, wirklich so häufig? Und meint ihr, dass er besser ein Traum bleibt, oder sucht ihr manchmal das Abenteuer?