Männermagazine: Vollblutfrauen raus - Flirttipps rein

Was ist eigentlich los mit den Männermagazinen? Gab es dort nicht früher einmal Frauen, die den Lesern ihre Brüste entgegenreckten? Richtige "Vollblutweiber", auf die man Appetit bekam, weil sie sich in lasziven Posen auf den Seiten räkelten?

Nun, Mama Lou sagt ja immer, dass ich noch zu der Machogeneration gehöre, die so etwas mochte. Aber inzwischen gab es Weicheier, Frauenversteher, Metrosexuelle und so etwas. Hatte ich davon nichts mitbekommen?

Na klar – so blöd bin ich nicht. Erstens weiß ich, dass man die willigen Frauen jetzt im Internet jederzeit ungehemmt begucken kann – und zweitens wollen Männer inzwischen vor allem eins: eine von den echten Frauen da draußen ergattern – möglicht eine, die gut im Bett ist und Karrierechancen im Beruf hat. Die Männerzeitschriften haben sich vor allem darauf eingestellt: Flirtkünste, Flirtchancen, Flirttipps – einer so dumm dreist wie der andere – man fühlt sich an die schlimmen Artikel in den Frauenzeitschriften erinnert, in denen ähnlicher Schwachsinn steht.

Was sind die männer heute? Bis in die Schwanzspitze "feminisiert", wie Saskia Eversloh im Tagesspiegel sinngemäß schrieb? Man könnte auf die Idee kommen: Flirttipps für Jungs, Mode – und dann und wann sogar ein Artikel, wie man vom Pornogucken weg kommt (in MAX Nr. 5/2007). Fehlt bloß noch eine Schminkanleitung, ein Ratgeber zum Tragen von Strapsen oder ein paar Tipps, wie man den größten Genuss aus einem Analplug herausholt.