Mit Anti-Sex Geld machen?
Wie kommt man als Pfarrer in die Presse? Indem man sich medienwirksam als Fachmann für Sex andient – und da das sexpositive Pfarrerbild (Sex ist eine gute Gabe Gottes) schon belegt ist, muss der soziale Vorzeigepfarrer Bernd Siggelkow her, um Negativwerbung zu machen.
Klar ist: Die Sache ging auf – die gesamte Presse hat das Thema begierig aufgegriffen, denn Horrorgeschichten über Sex sind fast so begehrt wie Liebesgeschichten – da kann man doch endlich mal lesen, wie schweinisch die anderen sind und wie gut man selber ist.
Sex negativ – das kommt gut, und Geschichten von einer verwahrlosten, verrohten und verführten Jugend auch. Und wenn dann der Verleger das Buch vom Pfarrer noch 'Deutschlands sexuelle Tragödie' nennt – dass ist ja alles in Butter für die Presse, noch ein bisschen draufzusatteln. Die Gratis-Werbung wird dem Buch zweifellos zugute kommen – Extra-Kohle für Verleger und Autor also.
Der Pfarrer hat inzwischen wohl Angst vor der eigenen Courage (und der seines Verlegers) bekommen, denn der Wind weht ihm aus einer Richtung entgegen, mit der er gar nicht gerechnet hätte – junge Christen mögen nun mal nicht, wenn man die Jugend pauschal angreift und wollen sich nun wirklich nicht mit den Schützlingen des Pfarrers in einen Sextopf werfen lassen. Inzwischen sagte er der Presse, "es gäbe auch "positive Erscheinungen unter den Jugendlichen
