Nur, wenn Hure drauf steht, ist Hure drin

Eine leitende Pflegerin eines dänischen Alten- und Pflegeheimes hat aus der Schule geplaudert: Sicher, so sagte sie der Zeitschrift Politiken, habe man die Haltung, den alten Menschen auch bei der befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse zu helfen. Gemeint war, dass man schon mal Kontakte zu Damen herstellen würde, die üblicherweise die Berufsbezeichnung "Hure" führen.
Warum sollte sie nicht? Dänemark ist ein freies Land, und die Menschen dort wissen: Gegen menschliche Bedürfnisse ist kein Kraut gewachsen. Anders sieht das allerdings eine Stadträtin in Kopenhagen: Die weiß (was solche Leute nicht alles wissen) dass Prostitution immer den Missbrauch eines Menschen bedeutet.
Also: sexuelle Bedürfnisse ja – Befriedigung nein. Da sind nun selbst die konservativen Schweizer schon einen Schritt weiter, die dafür einen Trick gefunden haben. Die Damen für alle Fälle, die sogar Behinderte bedienen, heißen dort "Berührerinnen".
Womit sich mal wieder zeigt – eine Hure ist dann keine Hure, wenn etwas anderes draufsteht.