Manchmal frag ich mich ja, warum all diese Sachen geschrieben werden: Wann es gut ist, Sex zu haben, wie man ihn haben sollte, warum man ihn vielleicht nicht haben sollte, dass man seine Seele schonen sollte – und dazu fallen mir noch ein paar Dutzend ähnliche Themen ein.

Ich sage da mal was anderes: Wenn du Lust hast – genieß es. Wenn es die Freude macht – gluckse vor Vergnügen, wenn du es für Sünde hältst – genieß wenigstens die wenigen Sünden, die du dir als "Auszeit" bei deiner strengen Moralhaltung genommen hast.

Nichts ist schlimmer als "Double Binds" – also: "Tu es und tu es nicht". Wenn die liebe Mami dir vor Jahrzehnten mal gesagt hat: "Handele endlich wie eine erwachsene Frau", und am nächsten Tag: "Auf keinen Fall lässt du dich mit dem Kerl auf Sex ein", dann weißt du, was ich meine. Wir haben irgendwo im Kopf, dass es schlecht ist – aber wir fühlen, dass es uns gut tut, entspannt, Flügel verleiht und das Leben bereichert.

Dass man sich hinterher manchmal ein bisschen "traurig" fühlt, wie der Lateiner häufig zitiert*, ist keine moralische Angelegenheit, sondern eine biochemische Körperreaktion: Dein Körper lässt nicht zu, dass du allzeit euphorisch bist, weil das gefährlich für dich ist. Also schaltet er die Botenstoffe um – Entspannung, Ruhe und vielleicht ein bisschen Traurigkeit kommen auf.

Wenn du liebst: Tu es mit jeder Faser deines Körpers, gib alles, nimm alles, was geboten wird und sorge dafür, dass es dir gut geht. Ob für eine Nacht, für ein Wochenende, für den Urlaub oder fpür immer – dieser Rat nützt.

* Post coitum omne animal triste praeter gallum, qui cantat