Studentin und Hure – in Großbritannien nichts besonderes mehr

Fast acht Prozent der britischen Studentinnen, so wird vermutet, leben heute von Prostitution. Die Zahlen steigen ständig: 1999 waren es noch 4 Prozent, 2006 wurden 6 Prozent ermittelt – und heute sind eben acht.
Als Grund werden die hohen Studiengebühren genannt. "man muss damit rechnen, aus einem Studium mit Schulden von ungefähr 15.000 GBP heraufzukommen, wissen englische Insider. Die Theorie ist, dass dieses Geld dann später, wenn man gut verdient, wieder zurückgezahlt werden kann.
Darauf wollen aber nicht alle warten. Eine junge Studentin sagt, wie man es macht: Zwei Nächte die Woche arbeitet sie für eine "Begleitagentur", macht damit in der Woche 900 GBP und weiß, dass dann auch noch was vom Geld übrig bleibt. "Besser, als in einer Bar zu bedienen" sagte eine der Studentinnen der "Times" – und vor allem: viel mehr Zeit zum Studieren. Sie nennt auch die Alternative: Regale auffüllen im Supermarkt – 5 GBP die Stunde.
Die britische Gesellschaft ist nicht eben erfreut über diese Entwicklung und kritisiert die Studiengebühren, während sich die Begleitagenturen freuen. Ein Insider erklärte mir, dass die Kunden sich junge, intelligente Frauen wünschten – und vor allem auch solche, denen man die hure nicht gleich ansehen würde.
Die Kehrseite der Medaille? Viele Frauen finden die Sexarbeit so attraktiv, dass sie den Beruf wechseln. Dazu erklärt die TIMES, dass eine Akademikerin in Großbritannien zu Anfang gerade mal ungefähr 21.000 GBP pro Jahr verdienen würde. Das ist sehr wenig, vor allem für Londoner Verhältnisse. Kein Wunder, dass die Branche lockt: Ungefähr 500 GBP am Tag würde man verdienen, locken die Agenturen – das sind an 20 Tagen immerhin 10.000 Pfund.
in deutschland steigt die zahl aber auch immer weiter an. in großstädten häufen sich solche vorfälle.
aber einfach nur traurig, dass die zu solchen maßnahmen gezwungen sind.
Hallo Paul,
danke für deinen Beitrag. Ich bin mir nicht so sicher wie du, dass die jungen Frauen zu solchen Maßnahmen “gezwungen” werden – ist es nicht eher die Differenz im Stundenlohn, die die Verlockung ergibt? Schließlich zahlt man mit dem Einkommen aus der Rotlichtarbeit ja nicht “nur” das Studium, oder?
Dein Géza