Venus-Messe 2008 verkommt zur Tittenschau
Sie verkommt zur Tittenschau und hat Erfolg damit: die Venus Berlin, die größte Erotikmesse aller Zeiten. "400 Firmen aus 36 Ländern auf 30.000 Quadratmetern" soll der Pressesprecher gedröhnt haben. Aber die Besucher kommen nicht wegen der 400 Firmen, sondern um Brüste anzuglotzen, wie der Reporter der "Hamburger Morgenpost" gesehen haben will.
Es ist seit Jahren das Gleiche, aber es konzentriert sich immer mehr: Männer wollen Frauenleiber sehen – solch, die sie zu Hause nicht zu sehen bekommen – und dazu noch in Bewegung und fast hautnah. Die Digitalkamera macht es möglich, Bilder zu zeigen: "Ey, guck, die Titten" – kein Drogist sieht sich diese Bilder mehr an, die Schamgrenze kann jederzeit überschritten werden.
Der Morgenpost-Reporter sagt sinngemäß, was andere nicht wagen: Keine Differenzierung mehr, alles dröhnt, alles erstickt – und alles ist völlig unerotisch. Körperteile, Orgasmen im Minutentakt und entblößte Frauenbrüste, die am Ende alle irgendwie gleich aussehen.
Ja, warum denn nicht gleich "Frauen- und Mädchenkörper aus Silikon, die auf Knopfdruck laszive Bewegungen ausführen können?" Dann könnte man jeden Tag eine Erotikmesse haben – im Wohnzimmer.
Als Mama Lou und ich zuletzt auf so einer Messe waren, meinte Lou: "Wollt ihr Männer wirklich so was"? Ich habe mit "Nein, eigentlich wollen wir von manchem mehr, und von anderen Dingen weniger", worauf Lou mich angelächelt hat und gesagt: "Und wir Frauen wollen von ganz anderen Dingen viel, viel mehr!"
Was meint eigentlich ihr? Was wollen Männer? Und vor allem – was wollen eigentlich Frauen von solchen Messen?
