Vor fünfzig Jahren noch alles perverses Zeugs

Heute schreibe ich in "Fetisch Körper" mal nicht über den Körper selbst, sondern darüber, wie ein Fetisch so beurteilt wurde im Laufe der Zeit. Also, dass immer ein herausragendes Steckerchen in das dafür vorgesehen Döschen ging, das glauben wir ja nun wohl alle nicht – sonst hätte es keinen Marquis de Sade und keinen Leopold von Sacher-Masoch gegeben. Die beiden sind zum Beispiel die Namensgeber für den Sado-Masochismus. Die armen Fetischisten gehörten noch vor 50 Jahren in die Gruppe der "Perversen", zusammen mit Homosexuellen (ja, wirklich), Exhibitionisten und Voyeuren. Also – ihr könnt froh sein, heute zu leben, wo man einen bauchnabel ausschlecken und Frauenfüße zärtlich küssen darf.

Inzwischen haben es ja schon viele probiert – oder irre ich mich da? Und es gibt ja nicht nur den Körper, sondern auch wunderschöne Kleidung aus Leder, Lack und Latex. Also, wenn ihr mich fragt: Schön, dass man sich heute zu seinem Fetischen bekennen darf – sei er nun ein Körperteil oder ein Kleidungsstück. Habt ihr es eigentlich schon mal probiert, ja? Die Sache ist auch was für Frauen: Seide auf nackter Haut ist einfach köstlich, soll ich euch schreiben – meint Susi Darling.

Und ihr? Was ist euer lustvoller Fetisch, den ihr zugeben könnt?