Weihnachten - Zeit der sanften Schmerzlust

"Lieber guter Weihnachtsmann, sieh mich nicht so böse an, stecke deine Rute ein, ich will auch immer artig sein". Doch der Weihnachtsmann hat ein dickes Buch dabei, in dem all die Verfehlungen eingetragen sind – und wer denkt, dass er es nur für böse Mädchen hat, der ist ein Naseweis.

Schöne bescherung – eine selbst geschnittene Rute, ein original englischer Rohrstock, ein Teppichklopfer – der Erwachsene kann endlich tun, was dem Kind verwehrt ist: Strafe iund Schmerzlust in vollen Zügen genießen. Dabei ist die Lust, unter dem Tannenbaum geschlagen zu werden, eine ganz besondere Attraktion. Nie sonst riecht es nach Tannen, Harz, Wachs und natürlichen exotischen Düften. Stilvoll zelebriert werden sollte die Sache schon: Weihnachtsfrau oder Weihnachtsmann sollten als Strafende festlich angezogen sein, während die oder der Begünstigte Rock und Hosen ausziehen müssen: Kerzenglanz auf der nackten Haut macht sich ausgezeichnet, bevor die Rute ihr reinigendes Werk tut.

Natürlich: Ein bisschen Gutes muss auch im Bösen sein – und Weihnachten darf es nach dem Lesen der Leviten dann auch ruhig noch eine Perlenkette für die Begünstigte sein – oder eine neue Digitalkamera für das begünstige Herrchen.