Wie willst du erotisch schreiben? Vulgär oder literarisch?
abgelegt im Archiv Lust und Leidenschaft am 27.12.07
Die Frage, welche Leser du willst, ist eine der heikelsten, die ich hier überhaupt behandeln will. Denn wahrscheinlich denkst du: "na ja, ich will eben eine Geschichte schreiben, in meinem Stil". Das ist sehr edel von dir, solange du nur für dich selbst schreibst oder du zufällig mit deiner Art zu schreiben, Erfolg hast. Die meisten "großen" Autoren wollen ja so angefangen haben.
Du allerdings musst ein bisschen drauf achten, für wen du schreibst, wenn du nach Leserinnen und Lesern suchst. Infrage kommt:
- Ein literarisch interessiertes Publikum, das dich nach der Erzählweise und der Sprache bewertet.
- Ein weibliches Publikum, das eine erregende Liebegeschichte mit starken erotischen Komponenten sucht.
- -ein männliches Publikum, das sich überwiegend an der sexuellen Fantasie ergötzt und die Geschichten auch als "Wichsvorlagen" benutzt.
Für beide Geschlechter und alle Anlässe kommen hingegen "harte" und "weiche" Sexszenen in Betracht - von sinnlichen Kussorgien über nie versiegende Körperflüssigkeiten bis hin zu Erniedrigung in öffentlichen Toiletten.
Interessant ist dabei auch, welche Sprache du für den Sex selbst benutzt: Vulgärsprache, Hochsprache oder literarische Umschreibungen? Hier zwei Beispiele aus der Literatur (abgewandelt), die genau das Gleiche aussagen - aber mit sehr unterschiedlicher Wirkung:
"Du sollst nicht meinen Schwanz anstarren, sonder deine Zunge endlich in die Ritze der Lady stecken - hinter darfst du sie dann vielleicht vögeln", herrschte der Greis den jungen Mann an - und trink vorher noch einen Schluck Tequila, sonst erträgst du ihren Gestank nicht".
"Ich sah, dass der junge Mann seiner Rolle nicht bewusst war - er starrte immer noch auf mein glied, so, als ob er fasziniert davon wäre. Ich sah ihn deswegen scharf an und sagte: "Sie ist für dich - du musst sie nur erst mit der Zunge verwöhnen, dann sehen wir weiter" - und nach einer Weile, als der junge Mann weiterhin zögerte: "Trink einen Schluck Tequila vorher, wenn du denkst, dass sie schmutzig ist".
Beide Geschichten enthalten starke Momente der Spannung und wirken dadurch "verdorben" dass die Frau am Anfang keinen eigenen Willen zu haben scheint. Du kannst die Geschichte dadurch aus diesem "Schlamm" herausziehen, dass du einen Glückswandel versuchst: Am Ende stehen die Männer schlecht da, während die Frau die Oberhand gewinnt.

Tags: erotische geschichten softerotik vulgärerotik wörter
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